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Olympia, Wadi Arabah, und die Alpen. Die frühgriechischen Eliten als Einkäufer von Kupfer, ca. 1200 - 700 v. Chr.

Vortrag, 29.05.2018, Vortragssaal des Museums für Asiatische Kunst SMB, Berlin Dahlem, Eingang Takustraße 40

Olympia, Wadi Arabah, und die Alpen. Die frühgriechischen Eliten als Einkäufer von Kupfer, ca. 1200 - 700 v. Chr.

Dr. Moritz Kiderlen (Berlin) widmet sich dem Kupferhandel der frühgriechischen Eliten.

Im Vortrag werde ich Handelsverbindungen beschreiben, auf deren Existenz wir durch systematische archäometrische Analysen gestoßen sind. Dafür wird das Metall beprobt, das die frühgriechischen Eliten für ihre Prestigeobjekte verwendeten. Es handelt sich dabei um bronzene Dreifußkessel, deren Materialgewicht zwischen 5 und 100 kg variierte. Ihr wichtigstes Herstellungszentrum lag im Heiligtum von Olympia, ein weiteres sehr wichtiges lag möglicherweise in Athen. Analysiert wurden bisher ca. 260 Metallproben. Damit kann allmählich die Entwicklung der Marktanteile verfolgt werden: spätestens in submykenischer Zeit (ca. 1050 v. Chr.) setzte ein massiver Handel mit Kupfer aus dem Wadi Arabah (Jordanien und Israel) ein, das den Markt im Einzugsbereich von Olympia dominierte. In spätgeometrischer Zeit lässt sich ein aus sog. Fahlerz gewonnenes Kupfer verfolgen, dessen Minengebiet vorläufig im Alpenraum lokalisiert wird. Eine größere ökonomische Bedeutung von recyceltem Kupfer ist für unsere Objektgruppe ziemlich sicher auszuschließen. Kupfer aus Zypern oder den geographisch naheliegenden Lagerstätten des griechischen Festlandes und der Inseln fehlt fast völlig. Dies ist erstaunlich, da die Aktivität der zyprischen Minen für diese Zeit dendrochronologisch nachgewiesen ist. Ich werde nur kurz auf die Details der archäometrischen Methoden eingehen und mich vor allem auf die Frage konzentrieren, welche wirtschaftsgeographischen Konstellationen wir aus den neuen Daten für das Mittelgebiet folgern können.