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Aigina, Megara, Salamis. Zur Heroisierung des Verstorbenen im frühen attischen Grabrelief der Klassik

Vortrag, 13.11.2018, Vortragssaal des Museums für Asiatische Kunst SMB, Berlin Dahlem, Eingang Takustraße 40

Aigina, Megara, Salamis. Zur Heroisierung des Verstorbenen im frühen attischen Grabrelief der Klassik

Prof. Dr. Andreas Scholl (SMB-SPK Berlin) wird über die Darstellung Verstorbener auf frühen attischen Grabreliefs sprechen.

Ausgangspunkt dieses Beitrages ist das sehr qualitätvolle Fragment einer großformatigen Reliefstele der Parthenonzeit, das bereits 1828 auf Aigina gefunden wurde. Obwohl zu den frühesten Erwerbungen des Athener Nationalmuseums gehörend und seit Jahrzehnten prominent ausgestellt, ist es noch nie näher analysiert worden. Selbst seine Bestimmung als Weih- oder Grabrelief war bislang nicht geklärt. Es lässt sich jedoch zeigen, daß die Stele zu einer kleinen Gruppe besonders großer, künstlerisch anspruchsvoller und ikonographisch ungewöhnlicher Grabreliefs von der Peripherie Attikas gehört. Es wird deutlich, daß die Reiterstele von Aigina sowie die ebenfalls von dort stammende berühmte "Katzenstele" gemeinsam mit eng verwandten Monumenten aus Boiotien, Megara und Salamis fraglos einen athenischen Hintergrund haben. Schlaglichtartig beleuchten diese prächtigen Denkmäler einen wichtigen Aspekt religiöser Vorstellungen zum Zeitpunkt des Wiedereinsetzens der attischen Grabreliefs im Jahrzehnt 440 - 430 v. Chr. So spiegeln gerade die Soldatendarstellungen dieser Reliefs das zeitgenössische Heroenbild der klassischen Weihreliefs, aber auch anderer Monumente wider und sollten offenkundig für immer vom Tatenruhm heroisierter Krieger künden.